Bildergalerie

Um schlimme Fotoabende nach meiner Rückkehr zu vermeiden, findet ihr meine Erlebnisse in Bildern hier...

 

Mooji beim Yoga-Festival in Rishikesh

Der Falke fliegt...über die Berge Nepals

Scharf und mit Geräuschen

 

Das Essen in Indien ist herrlich einfach...es gibt immer Reis, dann nehmen sie irgendein Gemüse, zerhacken es und baden es in Chili. Das ist sehr praktisch, denn sie können jedes beliebige Gemüse nehmen, man schmeckt (als Europäerin?) eh nur höllisch-scharf oder weint einfach bis zum Ende.

 

Um Abwechslung in den Speiseplan zu bekommen, habe ich sehr sehr gerne die "German Bakerys" aufgesucht und um Asyl gebeten. Es gibt sie immer da, wo die Touristen durchbrausen und das oft angepriesene Pumpernickel ist einfach nur eine graue Rolle, die aber erstaunlich gut nach Roggenschrot schmeckt und zusammen mit Kaffee herrlich unscharf ist.

 

Die Nepalesin der German Bakery in Rishikesh hat mich mit riesigen Augen angestarrt, als ich ihr echtes Pumpernickelbrot aus Deutschland geschenkt habe. Sowas hatte sie noch nie gesehen, allein die Farbe fand sie glaube ich sehr sehr ungewöhnlich. Bedankt hat sie sich, aber gegessen---bis heute noch nicht. Wahrscheinlich hängt sie es irgendwann an die Wand oder die Strassenhunde müssen dran glauben.

 

Zum Frühstück servieren die indischen Restaurants kleine runde Reiskuchen, die dann in eine Joghurtsoße getunkt werden können. Der würzige Chai ist ein Tee mit besonderen Gewürzen, die Masala genannt werden. Kleine Wagen haben ihn morgens, wenn die ersten Pilger singend um 4 Uhr über die Brücke des Ganges wandern, schon fertig.

Frischer Kardamom, Zimt, Ingwer, Pfeffer, indischer Lorbeer und Nelken werden in Wasser und Milch gekocht und dann mit sehr sehr viel Zucker in kleine Gläser gefüllt. So ist in Indien jeden Tag Weihnachten und mein Magen freut sich, dass es KEIN Buttertee ist.

 

Essen mit Indern zusammen ist ein großer Spaß, auch wenn mein Magen jetzt aufgegeben hat. Zu scharf brüllt er noch Stunden später und ich versuche ein Friedesangebot mit Obst und Fladenbrot. Neben Rülpsen und anderen Geräuschen aus diversen Körperöffnungen wird das Essen auch großzügig über die Tische verteilt. In Mysore wurde zum Beispiel alles auf einem großen Bananenblatt serviert. Der Koch kommt dann mit den Töpfen an den Tisch und klatscht dir den Reis in die Mitte, bei der schwungvollen Aktion fliegen die ersten Körner zum Nachbarn. Dann landen die eingelegten scharfen Gemüsesorten drumherum und flüssiges Linsencurry schwimmt in der linken Ecke. Ich verstehe nicht, warum alles so dünnflüssig sein muss, denn alle essen es mit der rechten Hand. Man matscht sich dann eine Kugel zusammen und versucht, ohne größere Verluste die Mundöffnung zu passieren. Aber Spaß macht es auf jeden Fall...


Märchen im Großstadtdschungel

 

Es ist heiß in Delhi, als wir vor diesem weißen Tempel anhalten und durchschreiten ein Tor ins Innere. Ein Gurdwara („Tor zum Guru“) ist ein Tempel der Sikh, hier ist jeder willkommen. Zuerst geben wir unsere Schuhe ab, schreiten durch eine Wasserwanne und waschen uns Gesicht und Hände. Der Tempelkomplex der Sikh-Religion, die sich gegen das Kastensystem in Indien aussprechen, ist riesig. Zuerst folgen wir unserer Nase und sind schnell in der großen Küche angelangt. Davor sitzen unzählige Menschen auf Teppichläufern auf dem Boden und essen gemeinsam, egal wie viel Geld sie haben. Das Essen verbindet und ist jederzeit zu haben, kostenlos bekommt man in dieser Oase jederzeit eine warme Mahlzeit und Wasser. Anschließend wäscht man sein Geschirr und ist nun gestärkt für das Gebet.

Um 23.45 schließt der Tempel für 15 Minuten, danach kann man hier wieder um den künstlichen See schlendern, den herrlichen Gesängen lauschen oder im Inneren auf dem Boden meditieren.

Eigentlich wollten wir nur kurz mal schauen, sind dann aber doch lange geblieben, so friedvoll war es für uns noch nirgendwo in Delhi.

 

 

          Das  größte Sikhs Heiligtum in Dehli- der
Der Bangla Sahib Gurudwara Tempel in der Abenddämmerung

Ich bin hier. ..mit allem was ist. ..einfach glücklich...im Sri Aurobindo Ashram in Delhi

 

So lange schon auf Reisen so muss ich hier doch mal sagen, was ich alles vermisse...die Liste ist kurz und knapp:

Dreilagiges Toilettenpapier!!!!

Hier in Indien gibt es diese herrliche Erfindung nur sehr selten und so kommt es zu den typisch indischen Momenten auf dem stillen Örtchen:

 

Die Klopapierrolle erweist sich als einlagiges, zartes Blättchen mit Luftlöchern wie beim schweizter Lochkäse und man kann durch das Klopapier die wunderbare Natur beobachten. Nur leider ist auf dem Klo nix, was ich beobachten will, ich will es gar nicht sehen, sondern wegwischen. Aber dafür ist das Stückchen Papier nun mal leider nicht geeignet, auch nicht, wenn man mehrere übereinanderlegt.

Schon oft habe ich daher unfreiwillig meine linke Hand stärker in das Geschehen eingebracht als gewollt und deshalb freue freue freue ich mich auf festes Papier auf Rollen. Mein erster Besuch in Deutschland wird dann wohl auch Ludwingsburg sein, denn hier hat Hans Klenk 1928 die erste Toilettenpapierfabrik eröffnet...hoffentlich haben sie nicht vergessen, ihm ein Denkmal zu setzen.

 

Auch überlege ich, ob ich nicht nach Sachsen-Anhalt ziehe, denn dort haben sie eine Benutzungsordnung für Toiletten!

 


Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Sachsen-Anhalt, 4.Jahrgang, Magdeburg, den 01.April 1993, Nr. 15 (BoA)

Ich bin ein besonders großer Fan dieses Abschnitts:

 

§ 8 Reinigung des Rektums
Der dafür vorgesehenen Einrichtung sind Reinigungsfähnchen (14x10cm, einlagig) in ausreichender Stückzahl, höchstens jedoch 5, zu entnehmen. Das Reinigungsfähnchen wird mit dem Daumen und Zeigefinger der rechten Hand erfasst und von hinten der Reinigungszone, das ist der Bereich zwischen den Gesäßbacken, zugeführt. Das Reinigungsfähnchen wird unmittelbar vor den äußeren Geschlechtsorganen fest an den Körper gedrückt und mit einer ziehenden Bewegung bis unmittelbar vor das Steißbein geführt. Dieser Vorgang wird solange wiederholt, bis mindestens ein Blatt sauber erscheint, sofern dazu nicht die Verwendung von mehr als 5 Reinigungsfähnchen erforderlich ist. Im Bedarfsfall sind die Reinigungsfähnchen
beidseitig !!! zu benutzen. Die benutzten Reinigungsfähnchen dürfen nicht mitgenommen werden, sondern sind ebenfalls in das Porzellanbecken zu entsorgen.

 

§ 10 Verlassen des Aborts
Vor dem Verlassen der Entleerungskabine sind die Beinkleider wieder in die Ausgangsposition zu bringen. Bei Auftreten unangenehmer Gerüche ist das Öffnen einer Lüftungsklappe angezeigt. Eine abschließende Reinigung der Handinnenflächen wird anheim gestellt.

 

Veröffentlicht am 1.4. in einer wichtigen Tageszeitung - Aprilscherze sind unglaublich gut manchmal...


Feuer im Herzen

Wann hast du zuletzt am Feuer gesessen?

Wann hast du zuletzt dem Tanz der Flammen zugeschaut?

Erinnerst du dich?

Erinnerst du dich an das Knistern , die Wärme und die Ruhe , wenn das Feuer den Tag ruhen lässt und für dich die Nacht entzündet? 

 

Zünde ein Feuer an und Menschen kommen zusammen , sitzen im Kreis und sind einfach und wunderbar da...

 

Ic bin mitten in Delhi und sitze am Feuer...kann es nicht fassen, dass ich für dieses Licht so weit fahren musste...in Köln haben sich sofort die Nachbarn über den Rauch beschwert und hier kommen sie und wir sitzen gemeinsam,  teilen die Wärme und wissen , dass wir zusammen gehören. ..und all die Grenzen,die Vorstellungen von fremd,  gefährlich oder anders werden von den Flammen wie kleine Feuerwerke in den Nachthimmel geschleudert. ..Frohes Neues Leben★★★

Der Turm Qutb Minar in Delhi
Der Turm Qutb Minar in Delhi


Gebrauchsanleitung im Shopping-Center in Kathmandu...so geht das im Maennerklo
Gebrauchsanleitung im Shopping-Center in Kathmandu...so geht das im Maennerklo

13.11.2014             Ruhepause...

 

Liebes Indien,

     

 

so gerne war ich Gast und habe mich in deinen gewaltigen Bergen im Norden sofort heimatlich wohl gefühlt. Du hast mir die Stille und Kraft der Steine gezeigt, die Freude an einfachen Dingen in winzigen Behausungen mit Menschen, die ihr Herz ohne Fragen oder Ängste mir geöffnet haben. Es war unglaublich, was ich alles nicht vermisst habe und gegeben wurden mir buddhistische Lehren dort, wo Vögel sonst mit den Berggipfeln alleine sind.


Du hast mir, liebes Indien, deine Speisekammer geöffnet, manchmal etwas zu weit und oft saß ich mit offenem Mund da und habe unter Tränen gewartet, bis der Schmerz von Chili und was es sonst noch war, abgeklungen ist. Nie hat mein Magen geklagt, nie habe ich Sorgen um reines Wasser gehabt und mit meiner Klopapierrolle kam ich mir oft unendlich reich vor. Ich habe, liebes Indien, aber auch schlimme Bilder gesehen von Menschen in Behausungen, zusammengekrümmte Körper an  Straßenrändern und auch viele Tiere in großer Not...nicht immer habe ich es gut sehen können, oft gehofft, die Bilder mögen verschwinden...doch du hast mir gezeigt und ich habe versucht , auch hier Liebe und Zuversicht zu finden, manchmal ist es gelungen. 


Deine Mutter ist übrigens ganz große klasse...ich durfte sie in Rishikesh täglich sehen und war tief berührt von den Lichterzeremonien, die für Mama Ganga gemacht werden. Auch scheint sie hier noch ziemlich sauber...aus versehen habe ich sogar etwas Wasser getrunken...Danke, dass mein Magen das mitgemacht hat.


Auf deinen Straßen bin ich viel gereist und wenn du mal viel Zeit und Ruhe hast, kann ich dir eine Schönheitskur empfehlen....du hast sehr unreine, holprige Haut mit Löchern...sieht aus der Nähe nicht so schön aus. Aber sonst sind deine Farben ein gewagter Traum, mutig tragen hier die Frauen in allen Größen den Regenbogen vor sich her und das Grau der Häuser ist schnell vergessen.


Liebes Indien, was hab ich nicht alles gelernt, was hab ich nicht alles vergessen...deine Götter sind wahrlich herrlich verrückt und haben  immer wieder Lehrer geschickt, wenn ich gefragt habe.

Warum ich jetzt gehe? Ich kann es kaum sagen, ich will gerne bleiben und weiter in den Süden reisen oder einfach Tag um Tag in Rishikesh bei Mama Ganga sein...so unglaublich leicht hab ich mich in dir verloren und gefunden...


Aber mein Visum...das blöde Visum läuft ab oder wie man das nennt und deshalb sitze ich jetzt schon bald in Thailand, werde ganz neu wieder Touristin sein und dich vermissen.


Meine Liebe, ich drücke dich und habe deine Gerüche und Gesänge tief in mir und, liebes Indien, ich komme so schnell ich kann zurück, bis dahin lass es dir gut gehen, tausend Küsse

 

Beate

 

 

März 2014  - Indien


Taj Mahal - Im Zeichen der Liebe


Der junge Prinz Shah Jahan der königlichen Mogulfamilie war gerade auf einem Markt in Indien unterwegs, als er ein bildhübsches Mädchen erblickte, in die er sich sofort unsterblich verliebte. Ihm war sofort klar, dass dieses anmutige und liebliche Geschöpf seine spätere Frau werden sollte. Also heirateten sie am 10.5.16122 war es endlich soweit, als er seine große Liebe endlich heiraten durfte. Von nun an nannte er seine Frau Mumtaz Mahal (Juwel des Palastes).

Viele Kinder hat das Paar, doch bei der Geburt des 14. Kindes stirbt sie.

Für Shah Jahan beginnt eine Zeit der tiefen Trauer. Sein Bart soll über Nacht weiß geworden sein, Tanz und Gesang werden von nun an nicht mehr an seinem Hof erklingen. Auf dem Sterbebett, so überliefert eine Legende, äußert Mumtaz Mahal ihren letzten Wunsch: Ihr soll ein Grabmal errichtet werden, wie es die Welt noch nicht gesehen hat. Die Erfüllung dieses Wunsches wird von nun an Shah Jahans Lebensaufgabe. Bald beginnen die Bauarbeiten für das Mausoleum am Ufer des Yamuna-Flusses in Agra. Ein gigantisches Unterfangen: 20 000 Arbeiter und 1000 Elefanten sind elf Jahre im Einsatz.

Wir stehen früh auf und erblicken dieses Wundergrabmal bei Sonnenaufgang, wo sich viele Farben auf der weißen Kuppel bilden. Unser Führer ist der geborene Fotograf, er redet nicht viel über das Gebäude, aber er weiß, so wir uns hinstellen müssen, damit es die besten Bilder werden. Und so schiebt er uns von Ort zu Ort, wir kommen uns vor wie Schaufensterpuppen und geduldig lassen wir ihn machen, er hat so einen Spaß dabei.

Im Inneren haben wir Ruhe, denn hier sind Fotos verboten. Hier ist Ruhe, hier sind wir im Liebesgedicht aus Stein und eine tiefe Freude überkommt uns. Es ist wunderbar, hier zu sein und so laufen wir einige Male um das innere Grabmal, bevor wir dann, vorbei an Kamelkutschen und Souvenierläden von unserem Guide zu unserem Taxi gebracht werden.


Vom Inneren des Taj ein Blick auf die Moschee
Vom Inneren des Taj ein Blick auf die Moschee
Friedhof in Indien
Friedhof in Indien
Kameltaxi vor dem Grabmal...1KS
Kameltaxi vor dem Grabmal...1KS
Die Moschee neben dem Taj Mahal...hier ist jeden Freitag Gebetstag
Die Moschee neben dem Taj Mahal...hier ist jeden Freitag Gebetstag
Jaipur
Jaipur

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